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Silvesterturnier Paderborn
Ein ordentlicher Turnierbericht
von Toni, Vivi und Volker
Turnier des Jahres 2005!!!
Aber von vorn: Fahrt hin hatte schon ihre Tücken, aber dank unseres
grandiosen Dressurnachwuchskükens war auch dieses Problem schnell
gelöst. Überbrückungskabel aus irgendeinem Haus organisiert
und weiter gings...
Angekommen schon die ersten gut gelaunten und völlig gestörten
Giessener getroffen, die schon früher zum Feiern da waren, weil vier
Tage sind ja nicht genug... Eintreffabend eng, aber kuschelig, beschlossen
Obmann und Küken ihre Grenzen bezüglich Alkoholkonsum auszutesten.
Es hat nicht ganz gereicht, aber Marburg lag wenigstens unterm Tisch.
Nächster Morgen wieder mal die Letzten, aber rechtzeitig zum großen
Sport.
Grandiose Leistung, nur leider war das Küken gegen einen Springreiter!!!
raus, aber wacker geschlagen. Dann kam die L-Dressur, Vivi versuchte es
mit Salto, kam nicht so gut, aber Tonilein kämpfte sich vor bis ins
Finale.
Ab ins Schwimmbad, großer Badenixensport samt mehrer Sektflaschen
im Whirlpool! Pizza in der Turnhalle, gut warm wäre toll gewesen,
aber auch so: sehr geil!!! solltes öfter geben. Party wie gewohnt
ganz groß.
Springen am nächsten Morgen: geile Pferde. Vor allem die Voltigierpferde!!!
Toni ritt wieder Runde um Runde und wir leisteten seelischen Beistand,
weil raus... Das Ende nahte, nicht das des Turniers sondern das des Jahres.
Ball kann man kaum in Worte fassen: diese Location, das Cooking in front
und von Anfang an gute Musik. Unser Highlight mit Sicherheit auch die
Nominierung fürs Mannschaftsfinale. Trotz diverser Verletzungen:
offene Ballschuhe... waren wir nicht kleinzukriegen bis auf unsre lange
Ausnahme, gelle Herr Stöckl! Ein einsamer Stuhl mitten auf der Tanzfläche,
der allerdings nicht lange unbesetzt blieb. Der Versuch des Obmanns das
Giessener Küken in Bezug auf seine Trinkfestigkeit zu prüfen,
ging reichlich schief.
Und morgens, ja, ja, wieder in die weißen Hosen. Ganz groß
im L-Springen, das Voltipferd und das Giessener Dressurküken –
8,0 ohne Abwurf. Das grenzt schon an Vielseitigkeit. Springen alle Mannschaften
einen Fehler dank lustiger Zwischenrufe... Also gleiche Bedingungen vor
der Dressur. Erfolgreich den zweiten Platz verteidigt, Göttingen
ist ja für seine Mannschaftsdressuren berühmt. Aber Tonilein
holte gleich doppelt Gold. Dressur und Kombi.
Bepackt mit Ehrenpreisen und zwei Pferden der 100 Runden Gang gings gen
Heimat. Ich sag nur: Eisregen und es wurd’ lustig. Aber alles in
allem kann man nur sagen, Hut ab Paderborn! Mit so wenigen Leuten ein
so geniales Turnier auf die Beine zu stellen!!! Wir wählen Euch mit
Sicherheit zum Turnier des Jahres.
OOOOOOOOOOhhhhhhhhhhhhhh Paderborn.
Paderborn 2005
strictly Schlabu
von Gero
Kein normaler Mensch geht auf eine normale Silvesterparty, oder, anders
ausgedrückt, kein Mensch schafft es, mich auf eine normale Silvesterparty
zu schleppen. Die läuft ja meistens nach zwei Alternativschemata
ab: Entweder – Alternative eins – ein grottenlangweiliger
Pärchenabend, an dem die Herren der Schöpfung, nachdem sie ihr
3000-gesprochene-Worte-pro-Tag-Kontingent gegen Neun aufgebraucht haben,
sich dem stillen Duldungs-Suff ergeben, während die Damen sich noch
fleißig mit Internatsanekdoten und alten Männergeschichten
gegenseitig an die magische Dreißigtausender-Grenze treiben. Dazu
Hintergrund-Jazzgedudel á la Propellerheads und um Null Uhr jede
Menge Küsschen und Kuscheln.
Die andere Alternative ist die proppenvolle Silvesterparty „con
tutti“, einmal das ganze Dorf in eine Disco verpflanzt, inklusive
Begrüßungssekt und gratis Massenschlägerei ab 23:00 Uhr
sowie mit Rotkreuz-Platzwundenshuttle zum Kreiskrankenhaus alle halbe
Stunde. Aber leider nicht „con Titties“, da alle brauchbaren
Frauen von zwanzig Schweinebauern umlagert sind oder sich auf Alternative
eins langweilen.
Glücklicherweise findet sich ja jedes Jahr ein Grüppchen Leute
zusammen, um Deutschlands Studentenreiter – die ja sonst nur auf
höchstem Niveau zu feiern wissen – eine passende Veranstaltung
für den überschätztesten Abend des Jahres zu organisieren.
Dieses Mal war meine ganz spezielle Freundin und Hohepriesterin Torkulons,
Mel „Korn“ Gockel, anscheinend irgendwann im Herbst betrunken
mit dem Kopf am Waschbecken aufgeschlagen und hatte nach dem Aufwachen
die zwei magischen Worte in flaschengrüner Leuchtschrift vor Augen
gehabt:
Silvesterball und Losers-Lounge! Umrahmt von einem geschmeidigen Drei-Tage-Turnierprogramm
auf der traumschönen Anlage des Paderborner Reit- und Fahrvereins.
Und die zeichnet sich ja bekanntermaßen dadurch aus, dass man die
Bierbude IN die Halle fahren kann.
Direkt neben der roten Detmolder Bierkarre hatte die Paderkoma-Crew ein
kleines Viereck abgezäunt. Eben jene Losers-Lounge, das Vogelschutzgebiet
für Erstrundenausscheider und Quarterkönige. Dieses Fleckchen
Hallenboden entwickelte sich schnell zum Epizentrum des Saufsports, der
erste Quartertisch wurde bereits am ersten Tag zerdroschen und zertanzt.
Ganz besonders eifrig taten sich hier die Bonner hervor, die, abgesehen
von ihren debilen Gruppenzwang-Nikolausmützen, in vollkommener, perfekter
Partylaune waren.
Nächster Höhepunkt des Turniers war... Moment! Davor war ja
noch ein Eintreffabend, den Mel, Lotti, der Polivogel, Bodo und ich schon
gegen 16:00 Uhr im Reiterstübchen einläuteten, nachdem wir schnell
ein paar Fröndenberger Heating-Funghi aufgestellt hatten.
Ganz großes Tennis, wir waren schon um Sechs zu prall, um in die
Turnhalle zu fahren, haben es dann aber doch geschafft und auch wieder
zurück zum Eintreffabend... irgendwie. Jedenfalls großes Hallo
und allenthalben erleichterte Gesichter im Paderborner Reiterstübchen,
erleichtert, den festlich geschmückten Baum und die elterliche Futterkrippe
hinter sich gelassen zu haben.
Also nun der nächste Höhepunkt. Das bekannte Spaßbad
in Bad Lippspringe. Duzende halbnackte, besoffene Studentenreiter, die
Whirlpools und Wasserrutschen belagern, vor den Augen Minderjähriger
ihrem Sexualtrieb freien Lauf lassen und sich den Hass „normaler“,
also ansonsten „lockerer“, zu ihrer Nackt- und Geschlechtlichkeit
sowie ihrem Körper sonst ein gutes Verhältnis habenden, Saunabesucher
zuziehen, weil sie mit ihren Geschlechtsteilen herumwedeln, sich freizügig
über die Eroberungen der vergangenen Nächte unterhalten und
dabei Alkoholdunst und Aschenbechergeruch ausschwitzen wie sonst vielleicht
nur der Vorsteher eines kleinen Provinzbahnhofs in den Karpaten.
So frisch und sauber, kurzzeitig vom Alkoholdunst und Aschenbechergeruch
gereinigt, schlugen wir dann auf der Party auf. Wiederum ganz großer
Sport am Glas. Die Paderborner Partyhalle unter der Tribüne ist komplett
aus Beton gegossen, die Theken sind gemauert; mit den großen Glasscheiben
an einer Seite verströmt sie ein wenig den Charme eines Pinguin-Freigeheges
(von INNEN, wohlgemerkt), ist aber aus eben jenen vorgenannten Gründen
für Studententurniere hervorragend geeignet.
So wurde es Samstag, letzter Tag im alten Jahr. Während sich das
Team Gießen – Toni, Vivi und Volker – wacker am Sattel
schlug und unser Obmann für Käthe Knippings Wuppertaler Ein-Frau-Reitgruppe
fremdritt, schossen Vater Schulte-Hötte, Stefan „Bleibtreu“
Henrici und ich ein wenig auf Videoleinwände mit diversen putzigen
Waldbewohnern. Das war dermaßen lustig, dass wir nicht nur zwei
50er-Schachteln 222.Remington verbrauchten, sondern auch erst kurz vor
dem Shuttlebus zum Ball zurück an die Turnhalle kamen.
Also schnell in den Pinguinanzug, Propeller dran und eine Pulle Pornostall-Mischung
(Prädikat durch MischeTÜV Steffi „Luda“ Keller:
„Die zieht!“) reingeschraubt. Dann ging es auch schon los
zur cremigsten Party des Turniers. Gut Ringelsbruch – moderne, edle
Schlichtheit, zwei breite Bars und großzügige sanitäre
Anlagen. Kaltes und warmes Buffet – zusammengestellt von Mel, also
tadellos und schwer fleischhaltig. Musik – von „Mister Lied
Vier“ Ken Bräutigam. Also beste Wettkampfbedingungen, ein gut
gemischtes Starterfeld auf erstklassigem Geläuf und Mordsstimmung
auf den Rängen.
In solchen perfekten Momenten überkommt einen manchmal das Mitleid.
Mitleid mit all denjenigen, die es nicht so gut haben wie wir. Die sich
auf Ledersofa-Bleigieß-Events ein Loch in die Socke brennen, weil
sie ihre Schuhe an der Tür ausziehen mussten. Die sich in die Hose
pinkeln, weil alle Discotoiletten mit kotzenden Dorfdeppen besetzt sind
oder die sich tausend Meilen weit weg wünschen, weil sich die Ex
und die Ex-Ex gerade wegen ihnen ihre Guccitäschchen in die Schnauze
schlagen. Ja, Mitleid...
Ich spiele dann immer ein trauriges Lied auf der kleinsten Geige der
Welt, nur für die armen Menschen, die ohne Pferde leben müssen.
Aber ein Schnelles.
Wir sehen uns Silvester 2006!
Triple K
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